Die Methode: das Prinzip Training
Literarisches Schreiben für Theater, Drehbuch, Hörspiel
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Auch im deutschen Sprachraum setzt sich zunehmend die Auffassung durch, daß literarisches
Schreiben lehrbar sei. Allerdings gibt es erst ganz wenige Orte, in denen dies - im Sinne
eines originären akademischen Studienganges - tatsächlich geschieht. Leipzig ist ohne Zweifel der
wichtigste. Nur hier gibt es, der Universität angegliedert, ein Institut, das sich ausschließlich
dieser Aufgabe widmet: das Deutsche Literaturinstitut Leipzig (DLL).
Unter anderem hier habe ich zwischen 1998 und 2000 meine Methode, szenisches Schreiben lehrend zu vermitteln, mehrfach erproben können. Entwickelt hatte ich sie seit den frühen Neunzigern am
Institut für
Theaterwissenschaft der Leipziger Universität.
Sie geht davon aus, daß künstlerisches Talent als solches nicht lehrbar ist - wohl aber
sind künstlerische Anlagen der Einzelnen durch Training zu entwickeln. Indem man sie
systematisch, auf durchdachte Weise und mit steigendem Anspruch betätigt, entfalten sich
auch schriftstellerische Anlagen und Fertigkeiten - nicht anders, als es in der Ausbildung
von ausübenden Musikern und selbst Komponisten, Schauspielern und Regisseuren, Tänzern oder bildenden Künstlern seit langem geschieht. Dieses
Prinzip Training liegt der Methode zugrunde, die ihrer Grundhaltung nach mit amerikanischen
Lehrerfahrungen des kreativen Schreibens korrespondiert.
Die Adressaten: Wenngleich es einige KursteilnehmerInnen schon bis zu Uraufführungen oder Lesungen an Berufstheatern gebracht haben, wendet sich das Angebot nicht in erster Linie an professionelle Autoren, sondern an alle Menschen, denen das Schreiben Freude bereitet und die sich darin vervollkommnen möchten.
Näheres zu meiner Methode ist nachlesbar in einem ausführlichen eMail-Interview, das u. a. auch auf die Differenz zwischen literarischem und dem so genannten kreativen Schreiben eingeht, in der Münchener Zeitschrift für Politik und Kultur "Die Gazette", Archiv der Onlineausgabe, April 2001, sowie in dem gemeinsam mit Dagmar Borrmann verfaßten Aufsatz "Szenisches Schreiben - Ein Erfahrungsbericht" , in: Wie werde ich ein verdammt guter Schriftsteller? Berichte aus der Werkstatt, hrsg. von Josef Haslinger und Hans-Ulrich Treichel, Frankfurt/M. 2005 (edition suhrkamp 2395), S. 90-108.